Die Spielzeugsammlung des Historischen Museums Basel konzentriert sich auf Objekte, die in Basler Familien Verwendung fanden. Diese lokale Definition schliesst Erzeugnisse aus anderen europäischen Ländern nicht aus: Holzspielzeug aus den grossen Produktionszentren im sächsischen Erzgebirge, Bilderbücher, Blechspielzeug und Papiertheater aus Nürnberg und Württemberg, Porzellanpuppen aus Frankreich bestimmten das Angebot in den Basler Spielzeugläden.
Zahlreiche Objekte stammen aus der Frühzeit der professionellen Spielwarenherstellung im späten 18. Jahrhundert und machen die grosse Bedeutung der Basler Sammlung aus. So markieren mehrere Puzzles aus dem späten 18. Jahrhundert, eine 1788 datierte Puppenküche und ein ungefähr gleichzeitig entstandener Kaufladen den Beginn von einzelnen, bis in die Gegenwart hinein aktuellen Spielzeugtypen.
Zusätzlich dient die Sammlung als Ergänzung der im Museum dokumentierten Baslerischen Wohnkultur: Puppenhäuser und -küchen, Miniaturmöbel und Spielzeuggeschirr spiegeln im kleinen Format die Entwicklungen bei Wohnformen, Küchentechnik und Tafelkultur wider. Gleichzeitig zeigen sie auf, wie den heranwachsenden Mädchen Freude und Verständnis für ihre zukünftigen Aufgaben im Haushalt nahegebracht wurde. Die Spielsachen der Knaben sind mit Bau- und Konstruktionskästen, Kutschen, Autos und Soldatenfiguren vertreten. Bilderbücher, Guckkastenbilder sowie Reise- und Gesellschaftsspiele machten die Kinder mit der Welt – im geografischen und im sozialen Sinne – vertraut. Immer ist die jeweils aktuelle Zeitgeschichte präsent: sei es in den Belagerungsspielen des 19. Jahrhunderts, im Spiel mit Rationierungsmarken aus dem Zweiten Weltkrieg oder dem Ökospiel der 1980er Jahre.
Kostbare Spielbretter und geprägte Spielsteine mit historischen Personen und Ereignissen, Kartenspiele aus der Schweiz, aus Frankreich und Deutschland sowie Kassetten mit vielfältigem Inhalt belegen die Spiele der Erwachsenen. Dabei ist die Grenze nicht immer deutlich zu ziehen: Viele der Lotto- und Würfelspiele wurden sicherlich von der ganzen Familie gemeinsam gespielt.
Die grosse, durch zahlreiche Schenkungen stets anwachsende Sammlung ist inhaltlich eng verzahnt mit den anderen Sammlungsbereichen, reflektiert sie doch Entwicklungen der Wohnkultur, der Mode, der Technik-, Sozial- und Zeitgeschichte.

























