Ballerina und Tänzer sich zum Applaus verneigend
Ballerina und Tänzer sich zum Applaus verneigend
Ludwigsburg, um 1760-1762
Marke CC unterglasurblau
Malermarke
Ritzmarken
Modell von Joseph Nees
wohl unter Mitwirkung von G. F. Riedel
Porzellan, Aufglasur- und Goldmalerei
H. 15,5 cm, Sockel L. 11, B. 8 cm
Inv. 1975.1220.
Depositum der Pauls-Eisenbeiss-Stiftung
Herzog Karl Eugen von Württemberg (1728-1793), der mit 16 Jahren zur Regentschaft gelangte, gestaltete seinen Hof als einen der prächtigsten in Europa. Am Hofe Friedrichs II. von Preussen erzogen, hatte er sich die dort gepflegte französische Kultur zum Vorbild genommen. Nach dem Zuzug von Schauspielern aus Dresden infolge des Siebenjährigen Krieges wurde die württembergische Oper die beste in ganz Europa und ihr Ballett mit über 100 Tänzerinnen, Tänzern und Solisten unter Jean-Georges Noverres Führung weltberühmt. Noverre schuf ein umfangreiches theoretisches Werk, dessen bebilderter Teil wohl Inspirationen für die Ludwigsburger Ballettszenen lieferte. Die Figurengruppe, sich zum Applaus verneigend, zeigt das damals übliche Ballett-Kostüm. Die Tänzerin ist, im Gegensatz zu den in grossen Krinolinen auftretenden Sängerinnen, in einen kurzen, wippenden Reifrock mit seitlichen Paniers gekleidet, der das Spiel der Beine nicht verdeckt. Ihr Partner trägt ebenfalls einen kurzen Reifrock über den Kniebundhosen. Nees unterstreicht die Gestik seiner Ballettfiguren mit überlang modellierten Armen.
