Liebespaar am Spinett
Liebespaar am Spinett
Meissen, 1742
ohne Marke
Modell von Johann Joachim Kändler
Porzellan, Aufglasurmalerei
H. 16,5 cm, B. 23 cm
Inv. 1975.1014.
Depositum der Pauls-Eisenbeiss-Stiftung
Ausstellungsort: Haus zum Kirschgarten
Musik war ein wichtiger Bestandteil des höfischen Gesellschaftslebens in Dresden. Die Musik-, vor allem die Opernbegeisterung des Herrscherpaares August III. und Maria Josepha bewirkte, dass bedeutende Musiker aus ganz Europa an den Dresdener Hof gezogen wurden. Öffentliche wie private Musikpraxis befanden sich auf einem hohen Niveau.
So verwundert es nicht, wenn von der Meissener Manufaktur zahlreiche musikalische Themen dargestellt wurden. Sie finden sich in allen sozialen Ebenen, im Kreise der italienischen Komödianten, der Landleute oder der Höflinge. Die gleiche Sorgfalt wie den Personen kommt dabei der Gestaltung der Instrumente zu. So ist das Spinett in dieser 1742 modellierten Gruppe so detailreich geschildert, dass man es als ein englisches Querspinett identifizieren kann. Das Spiel der elegant gekleideten Dame am Spinett wird von einem Kavalier unterbrochen, der sich von der Seite genähert hat und sie zärtlich umarmt. Die Frau scheint seine Annäherung nicht bemerkt zu haben: Ihre Haltung ist frontal, die Hände sind noch auf der Tastatur, nur den Kopf hat sie ihm leicht zugewandt. So ist eine Situation von sehr kurzer Dauer, ein Augenblick der Überraschung, des Innehaltens eingefangen.
Die Bemalung der Gruppe ist von bemerkenswerter Qualität, die Stoffe sind reich und sorgfältig, die Gesichter sehr fein und ausdrucksvoll gemalt. Auch die Imitation eines hölzernen Instrumentenkorpus' überzeugt.
