Basels Vergangenheit als Bischofssitz, als Stadtrepublik und als Kantonshauptstadt manifestiert sich in einem reichen Bestand an Edelmetallobjekten. So bilden der Basler Münsterschatz und das Silbergerät von 28 zünftischen Korporationen im Museum eine Art geistlicher und weltlicher Schatzkammer. Kirchensilber und profanes Silbergerät werden durch die Goldschmiedemodelle aus dem Amerbach-Kabinett und anderen frühen Sammlungen mit einem dritten bedeutenden Schwerpunkt ergänzt.
Mit seinen Werken der gotischen Goldschmiedekunst bildet der Basler Münsterschatz einen Höhepunkt der Museumssammlung überhaupt. Heute sind mehr als die Hälfte der ehemals gegen 70 liturgischen Geräte in der Barfüsserkirche vereint. Hinzu kommen spätgotisches und barockes Kirchensilber und kupfervergoldete Geräte anderer Provenienzen, unter anderem aus Basler Klöstern.
Die Sammlung profaner Goldschmiedearbeiten umfasst einschliesslich des Zunftsilbers mit seinen bedeutenden Deposita ca. 1'000 Objekte. Etwa zwei Drittel davon sind in Basel entstanden, die übrigen Werke stammen hauptsächlich aus den süd- und südwestdeutschen sowie oberrheinischen und schweizerischen Zentren der Goldschmiedekunst: Nennenswert vertreten sind die Städte Augsburg, Nürnberg, Strassburg und Zürich. Der Anteil an Profansilber aus Basler Werkstätten des 15. bis 20. Jahrhunderts veranschaulicht die Bedeutung des Goldschmiedehandwerks in der Stadt, das vom ersten 1267 urkundlich erwähnten Basler Goldschmied bis heute von mehr als 720 Meistem betrieben wurde.
Ordnet man die silbernen Amtszeichen (Universitätsszepter, Amtsstäbe und Abzeichen) dem Sammlungsgebiet Staat und Recht zu, so sind die verbleibenden Silbergeräte aus profanem Gebrauch in drei grössere Gruppen zu ordnen: Die des Zunftsilbers, mit dem Schwergewicht an Objekten des 17. Jahrhunderts, dann jene der Trink- und Schaugeräte, ebenso Toilettensilber und Schmuck des 16. bis 18. Jahrhunderts ohne zusammenfassende Zuordnung, schliesslich jene des bürgerlichen Tafelsilbers, bestehend aus Essbestecken, Trinkgefässen, Gefässen für Salz und Zucker sowie Essig und Öl, Leuchtgeräten, Wasserkesseln, Teekannen, Kaffeekannen und Chocolatieren, also Objekten, die der allgemeinen Entwicklung entsprechend für das 18. Jahrhundert repräsentativ sind.
Der genannte dritte bedeutende Komplex, die Sammlung der Goldschmiedemodelle, zählt etwa 700 Stücke. Die Mehrzahl davon stammt aus dem Bestand des Amerbach-Kabinetts und wurde aus Nachlässen von Goldschmieden bereits im 16. Jahrhundert geschlossen erworben. Es sind als Zwischenmodelle dienende Musterstücke, deren Erfindung und Herkunft aus Werkstätten in Basel, Augsburg und Nürnberg erschlossen werden kann. Sie sind heute unersetzliches Quellenmaterial zur Goldschmiedekunst der Spätgotik und der Renaissance.

































































