Musikmuseum

Der historische Lohnhof beherbergt die grösste Musikinstrumentensammlung der Schweiz. Die Ausstellung präsentiert auf drei Stockwerken rund 650 Instrumente aus fünf Jahrhunderten. Dabei dienen 24 ehemalige Gefängniszellen als Ausstellungskabinette, in denen über ein interaktives Bildschirmprogramm mehr als 200 Musikbeispiele und weiterführende Informationen selbst ausgewählt werden können. Übergreifende Themen europäischer Musikgeschichte gliedern die Präsentation, in der die Instrumente in ihren jeweiligen musikalischen und sozialen Kontext gestellt werden.

Gebäudegeschichte
Das Musikmuseum liegt im Zentrum der Altstadt über dem Barfüsserplatz. Es gehört zu einem Gebäudekomplex, dessen älteste Teile auf das St. Leonhards-Kloster, ein Stift der Augustiner Chorherren, zurückgehen. Zum historischen Gebäude-Ensemble gehört auch die in der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts (vermutlich zwischen 1060 und 1070) gegründete und 1492 erweiterte St. Leonhards-Kirche. 1356 wurden die Gebäulichkeiten durch das Erdbeben stark beschädigt, doch wurde das Stift mit grossem Einsatz wiederhergestellt. In den 1440er Jahren erlebte das Kloster durch Krieg, Pest und Hungersnot einen Niedergang, von dem es sich erst Ende des 15. Jahrhundert erholte. Mit der Reformation 1529 wurden die klösterlichen Tätigkeiten eingestellt und die St. Leonhards-Kirche wurde eine von vier reformierten Pfarrkirchen der Stadt Basel. Im 17. und 18. Jahrhundert als städtischer Bauhof genutzt, wo der Lohnherr auch die Löhne für die Arbeiter auszahlte, erhielt die Anlage ihre heutige Bezeichnung „Lohnhof“. Diese blieb auch erhalten, als 1821 die Polizei einzog. Zwischen 1835 und 1995 wurde das ehemalige Kloster als Gefängnis genutzt.