Haus zum Kirschgarten

Das Haus zum Kirschgarten – zwischen 1775 und 1780 als Wohn- und Geschäftshaus eines Basler Seidenbandfabrikanten erbaut – gehört zu den bedeutendsten Wohnmuseen der Schweiz. Auf zwei Stockwerken wird Basler Wohnkultur des 18. und 19. Jahrhunderts gezeigt. Zudem sind Spezialsammlungen von internationaler Bedeutung zu sehen: die Porzellansammlung der Pauls-Eisenbeiss-Stiftung, die Uhrensammlungen Nathan-Rupp und Dr. Eugen Gschwind, wisschenschaftliche Instrumente, Basler Silber sowie Spielzeug und Spielzeug.

Gebäudegeschichte
Das 1775–1780 erbaute Haus zum Kirschgarten markiert einen Höhepunkt der Profanarchitektur der Louis-Seize-Zeit am Oberrhein. Für einen Basler Kaufmannssitz stellt es einen ungewöhnlichen Anspruch zur Schau. Bemerkenswert sind die fein gegliederte Sandsteinfassade mit dem dreiachsigen Portikus, die Durchfahrt mit gekuppelten Säulen und das grossräumige Treppenhaus. Bauherr war der damals erst 25jährige Seidenbandfabrikant Johann Rudolf Burckhardt. In dem noch jüngeren Ulrich Büchel-Fatio fand er einen am neuesten Geschmack orientierten Basler Architekten. Bereits 1797 zog sich Johann Rudolf Burckhardt auf sein Landgut zurück. Mehrmaliger Besitzerwechsel bis zur Museumsnutzung (Bestimmung 1933, Eröffnung 1951) brachten den Verlust des Inventars und Veränderungen der Raumaufteilung mit sich.
So gibt der heutige Zustand nur ein fragmentarisches Bild von der ursprünglichen Innenausstattung des Stadtpalais. Erhalten sind die Hauptraumfolge mit Treppenhaus, Vorplatz und grossem Salon, jeweils mit der stuckierten Wanddekoration, im Erdgeschoss die ehemalige Bibliothek sowie drei Zimmer im 2. Obergeschoss, nämlich die grüne Täferstube, die Burckhardtsche Schlafstube und das 1780 datierte Rosenboudoir. Doch sind alle Räume ohne ihre ursprüngliche bewegliche Einrichtung, die auch nicht dokumentiert ist.
Im Ausstellungskonzept wird das erste Basler Wohnmuseum im Segerhof fortgesetzt. Dieser Kaufmannssitz, den Frl. Marie Burckhardt mit seinem Inventar 1923 der Stadt vermacht hatte, wurde 1934 abgebrochen. Das quasi authentische, an einer Basler Familie dokumentierte Beispiel einer gewachsenen Einrichtung ging dabei nicht ganz verloren. Aus dem Segerhof wurden vier Räume ganz oder teilweise in das Haus zum Kirschgarten hinübergerettet: die Visitenstube, das Esszimmer, der graue Saal und die Küche (alle 2. Obergeschoss).